108/18 - Einführung in die Ego-State-Therapie

Wir alle erleben unterschiedliche Zustände unseres Selbst mit wechselnder Stimmungslage und Änderungen des Verhaltens entsprechend den verschiedenen Rollenanforderungen des Lebens. Wir kennen mutige und selbstsichere aber auch ängstliche bzw. kindliche Ich-Zustände. Typischerweise melden sich jüngere z.B. trotzige, zornige, fordernde oder bedürftige Ego States auch in - häufig nach demselben Muster ablaufenden - Beziehungskrisen oder bei Mobbing.

Bei komplexen Traumafolgestörungen und schweren Persönlichkeitsstörungen werden hingegen häufig rasch wechselnd hochfunktionale alltagskompetente und dysfunktionale Teile der Persönlichkeit - wie dissoziierte Opfer- und Täterintrojekte - aktiviert. Bei einer solchen „Ego-State-Disorder“ hat der Klient oft wenig Kontrolle über die dysfunktionalen Ego-States. Diese können sich z.B. in Wutausbrüchen oder plötzlicher Konfusion und Blockaden zeigen. Ein reflektierender Abstand und eine flexible Steuerung fehlen dann.
Unabhängig von Traumafolgen liegen aber auch Symptomen wie Ängsten, Depressionen oder Kopfschmerzen sowie Konflikten oft Ego-States zugrunde, deren Ziele und Absichten miteinander unvereinbar sind.

Das hier vorgestellte Ego-State-Konzept basiert auf einem Persönlichkeitsmodell, das von der Existenz verschiedener Ich-Zustände ausgeht und eine Möglichkeit bietet, direkt und konkret mit den verschiedenen Ich-Zuständen zu arbeiten. So wird effektive therapeutische Arbeit auch mit dissoziierten Inhalten (States) ohne wesentliche Beeinträchtigung der erwachsenen Alltagsfunktionsfähigkeit möglich.

Die Ego-State-Therapie findet ihren Einsatz neben dem traumatherapeutischen Bereich auch bei vielen anderen Störungen und in unterschiedlichen Behandlungssettings.

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